Partnerverein von
Animal Care Austria für Ungarn

Ella

Guten Tag, Frau Böhm,

zuerst entschuldige ich mich einmal, weil ich so spät antworte. Bei uns ist derzeit auf einer Baustelle sehr viel los und ich habe meine Mails länger nicht abgerufen.

Bezüglich Ella und Tierarzt:Da wir in der Tierklinik Kemetmüller in Neuhofen zur Untersuchung waren, hatten wir Gelegenheit, Ella von 2 Ärzten ansehen zu lassen. Beide konnten zu diesem Zeitpunkt keinen Leistenbruch feststellen, haben das aber nicht ausgeschlossen. Mit dem Auftrag, gezielt auf unterschidliche Seiten zu achten, sind wir entlassen worden. Zu Hause hat sich dann wieder bei Gelegenheit eine Beule nur auf der linken Seite gezeigt. Da Ella dort auch Fettwülste hat, werde ich noch öfter auf Unterschiede tasten, um das dann bei einem nächsten Besuch beim Tierarzt besser beschreiben zu können. Sonst ist mit Ella rein medizinisch alles ok.

Da Sie als Verein gerne über die Eingewöhnung der vermittelten Tiere Bescheid wissen, werde ich Ihnen über unser Leben in den letzten 5 Wochen mit Ella berichten. Anfangs war Ella ausgesprochen scheu und zurückhaltend, ist oft in ihrer Hundebox als Rückzugsort gesessen und hat beobachtet. An mich als Hauptbezugsperson hat sie sich dann sehr schnell gewöhnt.

Ich habe anfangs im gleichen Raum mein Schlaflager aufgeschlagen, was die Eingewöhnungsphase erleichtert hat.

Sie hat viele Geräusche nicht gekannt und deswegen verbellt und die Flucht in die Box angetreten und von dort aus weiter gebellt. So auch, wenn wir einen gemeinsamen Familien-Video-Abend veranstaltet haben. Geräusche aus dem Lautsprecher haben zu einem Bellkonzert geführt, was dem gemütlichen Patschenkinoabend schon mal das Ende beschert hat. Mittlerweile interessiert Ella weder Video noch Radio. Andere hier übliche Siedlungsgeräusche sind auch schon von der „zu verbellen-Liste“ gestrichen und es wird ruhiger.

Bloß mit Türklingel und Telefon gibt’s noch Trainingseinheiten. Sonst ist Ella eher sehr ruhig, wuselt nicht ständig herum oder bettelt um Aufmerksamkeit.

Sie fühlt sich in unserer fünfköpfigen Familie schon so wohl, dass sie bei Versammlungen mitten unter uns steht und schwanzwedelnd mit von der Partie ist. In der Früh begleitet sie die Kinder bis zur Haustür hinaus und schaut ihnen nach. Begrüßt sie auch wieder schwanzwedelnd beim Nachhausekommen. Mit Bananenchips zur Bestechung hat sie mehr Vertrauen zu unseren 2 Männern im Haushalt gewonnen.

Ella kann einige Stunden allein bleiben, ohne dass sie auch nur irgendetwas im Wohnbereich kaputt macht. Mit Kauknochen und Frischkäse gefülltem Kong hält sie lange durch und verschläft den Rest der Zeit, bis wieder jemand nach Hause kommt und sie in den Garten lässt oder eine Runde mit ihr dreht.

Sie ist sehr revierbezogen, beschützt Haus und Bewohner und versucht nach Möglichkeit zu vermeiden, den Garten zu verschmutzen. Das bedingt, dass sie dann beim Gassigehen schon mal auf den ersten Metern ordentlich an der Leine zieht, bis wir so weit im Grünen sind, dass sie dort ihr Geschäft erledigen kann. Was schon lustig sein kann, da sie immer bis nach der Ortstafel geht, um sich dann erst hinzuhocken, als würde sie das Hundehaltegesetz kennen und mir Arbeit ersparen wollen mit Häuferl wegräumen ….

Anschließend ist auch das Gehen an der Leine kein Problem. Da sie einen sehr ausgeprägten Jagdtrieb hat, kann ich sie nicht von der Leine lassen und habe eine 10 m Schleppleine. Das klappt sehr gut.

Ich bin froh, dass sie nur 17 kg wiegt. Denn eine Hasenjagd zu vereiteln ist ordentlich anstrengend, wenn das kleine Kraftbinkerl sich vorne in die Leine hängt.

Sie ist freundlich zu Menschen, beäugt Männer aber skeptisch. Artgenossen hält sie sich ab einem Meter Abstand mit bitterbösem Geknurre und Zähnefletschen vom Leib. An der kurzen Leine, mit gutem Abstand und mit meiner Gelassenheit ausstrahlend, geht’s aber immer ganz cool an den Kollegen, wenn wir welchen beim Spazierengehen begegnen, ohne großem Tamtam vorbei.

Das Aufspüren von Wühlmäusen fördere ich gezielt, denn mit Aufbuddeln von zig Metern Gängen entlang der Feldraine und der Schnüffelarbeit wird sie richtig müde.

Bislang hat Ella unsere Familie bereichert. Mit ihrer Besonderheit haben die Kinder neue Erfahrungen machen dürfen, da Hunde unverblümt auf alles reagieren, was sie spüren oder um sie herum geschieht.

Meine Recherche zu den Rassen, die sich in Ella vermischt haben, bin ich auf den Mudi – ungarischen Hütehund gestoßen. Da passt Aussehen und Verhalten sehr gut. Was einiges an Ellas Benehmen erklärt.

Im Anhang sende ich Ihnen noch aktuelle Bilder von Ella in ihrer neuen Umgebung. Ihr Lieblingsplatz auf unserer Terrasse ist ein Pflanztrog, in dem mittlerweile etwas weniger Grün wächst, da alles platt gedrückt ist ;-). Sie knabbert dann gerne an ihrem Kuscheltier.

Liebe Grüße
Agnes Raab

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