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Animal Care Austria für Ungarn

Bhaga (vormals Byron)

Liebe Frau Hengstschläger!

Mir geht es sehr gut mit meinem süßen Bub. Er ist so ein wundervolles Wesen und ich liebe ihn sehr - das sage ich ihm jeden Tag.

Er ist nun genau 3 Monate bei mir und ich kann sagen, dass nun beginnt, sein Vertrauen zu wachsen.

Erst gestern war eine Situation, dass meine Freundin mit mir auf der Couch saß und Bhaga bei uns am Boden. Wir sprachen darüber, ob Bhaga sich verändert hat, seit der Entscheidung, dass er fix bleibt und ich den Vertrag unterschrieben habe. Ich meinte „nicht merklich - vielleicht“. In dem Moment sprang er auf die Couch und legte sich auf meinen Schoß.

Dadurch ist mir wieder bewusst geworden, dass er mir wahrscheinlich jeden Tag Signale gibt, die ich noch nicht verstehe, aber er zeigt sie mir und ich bin eifrig am lernen, ihn besser zu verstehen.

Seit seiner Ankunft hat er wirklich viel geschafft. All die neuen Personen, Gegebenheiten, Gerüche und Geräusche, die ihn geängstigt hatten, sind nun schon normal. Auch bei dem Sturm die beiden letzten Tage ging es ihm ganz gut - er war zwar ein Schatten von mir und er aß sein Frühstück nicht, wenn ich nicht neben ihm saß, aber er zeigte keine stark gestressten Verhaltensweisen. Ich schlief auf der Couch, damit er sich sicherer fühlt und notfalls zu mir legen kann, doch er ist ein wirklich tapferer Bub.

Autofahren bis zu einer Stunde geht wirklich gut, da kann er sogar schon entspannen und auch dösen. Das war vor 1 Monat noch ganz anders. Nur beim Fahren in Wien auf den Bimgleisen in Hietzing und Ottakring zb. wird ihm noch übel.

Bhaga hat gute Tage und mal weniger gute Tage und das ist voll ok und normal. Und dann überrascht er mich wieder mit einem neuen Verhalten, dass ich gar nicht weiß, wohin mit meiner Freude und meinem Stolz auf ihn.

Er bleibt 5 Stunden alleine, ohne Terror oder irgendetwas zu Hause kaputt zu machen. Er hat überhaupt noch nichts kaputt gemacht, so achtsam ist der Bub. In letzter Zeit hab ich ihn mehr allein lassen müssen, da ich mein zweites Gewerbe angemeldet habe und da auch einiges an Zeit investiert hab, doch ich versuche immer wieder dann mir genug Zeit zu nehmen

Das einzig große Thema ist das Thema „Artgenossen“. Er wird aggressiv wenn er andere Hunde sieht und bellt. Da ist soviel Wut in ihm drinnen sodass ich da noch etwas Stress in mir hab mit ihm beim Spazieren gehen. Ich versuche immer wohin zu gehen, wo gar keine bis wenig Hunde sind. Denn eine Begegnung mit all der damit verbundenen Aufregung lässt ihn für Stunden unrund sein. Ich geh in eine Hundegruppe, wo er sich schon ziemlich annähern konnte, doch ganz dazu ist derzeit noch nicht möglich. Das stresst ihn noch extrem. Wir waren bei dem Thema schon weiter bis vor 2 Wochen ein Erlebnis ihn wieder etwas nach hinten geworfen hat.

Was ich am meisten für mich lernen konnte ist, dass ich mir zwar gewünscht hatte, mein Hund fügt sich schnell in mein Leben ein, aber den Ansatz habe ich für mich schnell gelöscht. Jetzt sehe ich, dass jedes Lebewesen - egal ob Mensch oder Tier - seinen Raum und seine Zeit zur Entfaltung braucht und individuell behandelt werden soll. Natürlich wünsche ich mir, mein Hund folgt mir nach 3 Monaten aufs Wort, ist entspannt und selbstbewusst. Doch das wäre eine Maschine und kein Hund aus dem Tierschutz. Mein Hund ist sensibel und hat Ängste und Aggressionen - diese Tatsache beherzige ich in seiner Entwicklung und ich bin dabei einen Weg zu finden, ihn bestmöglich zu unterstützen. Ich erkenne, dass ein starkes Unterordnungstraining bzw. das bei vielen Hundetrainer empfohlene Training ihn stresst und ihm nicht entspricht. Bei ihm geht ganz viel über körperliche Nähe und liebevolle Berührung. Er sucht oft meine Nähe auf und ich schicke ihn nie weg (wie manche Trainer mir das sagen wollten), wir kuscheln viel auf der Couch und er bekommt die Aufmerksamkeit, die er braucht. Meine Intuition sagt mir schon das für ihn richtige - vielleicht bin ich zu liberal oder zu wenig streng und entspreche nicht der Norm - doch ich konnte so bei Bhaga die meisten Fortschritte erleben und deshalb fahre ich so fort.

Ich bin am Finden des optimalen Weges für Bhaga und mich und auch des optimalen Hundetrainers dafür - auch ich brauchte die 3 Monate, um meine Unsicherheiten abzulegen und das zu erkennen. Er sollte…, er müsste doch… - diese Glaubenssätze gibts bei mir nicht mehr. Er muss gar nichts und er bekommt die Zeit und den Raum, den er braucht.

Wenn wahre Begegnung stattfindet und man den anderen so sieht, wie er ist, soll sich nicht nur ein Leben tiefgehend ändern müssen, sondern beide.

In diesem Sinne will ich nochmals sagen, wie dankbar ich für meine Fellnase bin und für Sie und Animalcare Austria. Ich hab noch 2 aktuelle Fotos mitgeschickt.

Liebe Grüße aus Kottingbrunn

von Bhaga und mir

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