Partnerverein von
Animal Care Austria für Ungarn

Nils

Sehr geehrte Frau Hengstschläger,

ein wenig verspätet aber nun doch mein Bericht. Es ist halt so: großer Garten - viel Arbeit im Herbst. Aber jetzt zu Nils: Wir haben ihn jetzt 2 Monate und es geht ihm prächtig, ich glaube wenn er reden könnte würde er nichts anderes sagen.

Beim Heimkommen am 22.9. lief es eigentlich optimal: Wir stellten die Transportbox in unsere Wohnküche und entfernten die Tür. Wir dachten, dass sie bis zur Eingewöhnung sein Schlafplatz sein würde. Weit gefehlt: er sprang heraus, drehte eine Runde in der Küche, sprang über die Bank auf das Fensterbrett und versuchte zu flüchten, was natürlich nicht ging. Er sprang dann unter den Küchentisch in die "Indoor-Hundehütte", die ihm zugedacht war, und blieb dort.

Die nächsten Tage lernte er dann Haus und Hof kennen und bewies, dass er eine gewaltige Sprungkraft hat. Er übersprang mit einem Satz den Gartenzaun und landete im Ziegengehege (dahinter ist die hohe Mauer). Am Tag 4 hat er gezeigt, dass er auch gelehrig ist. Er hat eine Henne umgebracht, lautes Händeklatschen und ein scharfes Aus und Stop hat genügt. Er hat seine Fluchtdistanz eingenommen und ignoriert seither die Hühner.

An unseren und der anderen Hunde Tagesrhytmus hat er sich gewöhnt. Seine Schüchternheit hat er schnell abgelegt, er bewegt sich unbefangen auf dem gesamten Grundstück und hat einen guten Wachtrieb entwickelt. Allerdings klebt er bei meiner Gattin, egal wohin sie geht, praktisch an den Fersen und schläft sogar neben ihrem Bett. Wenn wir uns aufmachen zum Wegfahren - Einkaufen oder ähnliches - wird er nervös, läuft aufgeregt hin und her und bellt auch, obwohl er nie allein ist. Wenn wir nicht zu Hause sind, ist Lenny und Emma ständig bei ihm.

Eines geht allerdings noch nicht: Anfassen. Er kommt herzu, schnuppert, berührt einen auch mit der Schnauze, aber der Versuch ihn anzufassen, oder zu streicheln löst einen Fluchtreflex aus. Er flüchtet dann aber nicht endlos weit, sondern ein paar Schritte und kommt dann wieder. Manches mal schafft er es schon, neben mir durch eine Tür durchzugehen, was lange nicht ging.

Ich nehme an er ist schon als Streuner geboren und kennt gar nichts anderes, als vor Menschen am besten zu flüchten. Er ist meiner Beobachtung nach nicht d e r Angsthund, der ständig mit eingekniffenem Schwanz zu flüchten versucht oder sich verkriecht. Er mag es einfach nicht, angefasst zu werden weil er damit schlechte Erfahrungen gemacht hat. Da kann es schon sein, dass er beim Fernsehen neben mir auf der Bank liegt, mit der Nasenspitze Kontakt macht, aber bei einer Berührung nur mit der Fingerspitze den Platz wechselt. Ansonsten ist er überall mit dabei, ist neugierig und aufgeweckt, bellt mich beim Ballwerfen auch schon mal ordentlich an. Spielen mit den anderen Hunden geht nur bedingt. Nils ist einfach zu wild beim spielen, er ist auch grösser als in der Beschreibung angegeben. Der alte Lenny versucht kurz mitzuhalten und bricht dann ab, Emma ist er zu groß und zu ungestüm.

Weitere Vorgangsweise: Bis ca. März 2019 ist er überall mit dabei, wird aber nicht angefasst. Er sieht wie wir die anderen Hunde behandeln und wird selbst mit der Zeit draufkommen, dass die es als angenehm empfinden, wenn sie angefasst werden.

Beispiel: Ich bürste täglich Lenny und Emma am Abend zuerst mit einer groben Bürste, dann mit einer Feinen. Nach jedem Durchgang bekommen sie ein Leckerli. Nils steht dabei und lässt sich natürlich nicht bürsten. Er bekommt trotzdem genausoviel Leckerlis, die werden allerdings in die Borsten der Bürsten gesteckt und er muss sie sich herausholen - worin er übrigens sehr schnell sehr geschickt war. Er kapiert, dass die Bürste nicht schlägt und nicht beißt und wird sich auch irgendwann bürsten lassen.

Wünsche Ihnen noch schöne Weihnachten
mit freundlichen Grüssen
Familie Schiller

 

Helfen Sie uns helfen

Unser Spendenkonto
Raiffeisenbank Wien
BIC: RLNWATWW
IBAN: AT29 3200 0000 1127 4065