Partnerverein von
Animal Care Austria für Ungarn

Aramis

Hilfe! Ich liebe einen Basset –Mischling!

Es war Liebe auf den ersten Blick. Seit meiner Pensionierung im September hatte ich Ausschau nach einem passenden Welpen gehalten. Ich studierte die Anzeigen der Lokalzeitungen und die Websites der Tierheime der Umgebung. Schließlich bekam ich den Rat, auf die Website von Animal Care zu gehen. Und tatsächlich. Da schaute er mir entgegen: Mein Hund! Es war Liebe auf den ersten Blick. Er hieß Aramis und war ein Basset Hound- Berner Sennenhund Mischling. Schon vor vierzig Jahren hatten es mir die Bassets angetan. Damals machten sie als „Hush Puppies“ Werbung für Wildlederschuhe. Später faszinierte mich der gemütliche Charakter der Berner Sennenhunde. Und jetzt hatte ich plötzlich die Gelegenheit, beide Rassen in einem vier Monate alten Welpen vereint zu sehen. Das konnte doch kein Zufall sein. Obwohl ich sonst eher besonnen und überlegt reagiere, griff ich sofort zum Telefon und fragte, ob Aramis noch zu haben war. Und so kam es, dass ich innerhalb von zehn Minuten stolze Adoptivmutteranwärterin eines kleinen Fellbündels wurde.

Eine Woche später fuhr ich mit meinem Sohn von Feldkirch nach Wien, um die Papiere zu unterzeichnen und meine adoptierte Fellnase in Empfang zu nehmen. Er sah genauso lieb aus wie auf dem Foto. Eine Stunde später saßen wir wieder im Zug, diesmal aber zu dritt. Die Reise verlief ohne Zwischenfälle. Aramis kuschelte sich an mich und schlief tief und fest. Und keiner der anderen Fahrgäste vermutete, dass dieser Welpe uns erst vor einer Stunde kennengelernt hatte und nun in sein neues Leben fuhr. Mit seinen langen Ohren, seinen riesigen Pfoten und seinem sanften Hundeblick verzauberte er nicht nur mich und meine Familie. Über Wochen sprach uns jeder, der Hunde mochte, an und wollte wissen, was für ein Hund Aramis war, wie groß er werde (seine riesigen Pfoten gaben Anlass zu wilden Spekulationen) und ob sie ihn streicheln dürfen. Sie durften. Denn Aramis genoss jede Art von Aufmerksamkeit. Und hatte man ihn an Kopf und Rücken gestreichelt, so legte er sich auf den Rücken, als ob er sagen wollte: „Hier mag ich es auch, wenn du mich liebkost. „

Wir erlebten einen wunderschönen Frühling miteinander. Aramis bestaunte die Wunder der Natur. Er beschnupperte die Blumen und versuchte, die Schmetterlinge zu erhaschen. Wir merkten bald, dass wir es mit einem Romantiker zu tun hatten. Es machte ihm Freude, sich im Wald hinzulegen und zu beobachten, was rings um ihn vor sich ging. Aramis ist aber nicht nur ein Romantiker, sondern er ist auch ein Philosoph, der den Dingen auf den Grund geht. Wenn Aramis in der Ferne einen Radfahrer oder einen Jogger erspäht, kann es schon sein, dass er sich an den Wegrand legt und wartet, bis ihn diese passiert haben und dann in der Ferne wieder verschwinden. Ja, so ist unser Aramis. Gehen um des Sportes Willen ist bei ihm nicht drin. Da legt er sich dann schon lieber auf die Straße oder neben die Straße und wartet in aller Ruhe ab, ob nicht doch etwas Interessantes geschieht. Das ist für Frauchen, die immer noch der Meinung ist, dass Bewegung sowohl für Menschen als auch für Hunde gesund ist, nicht immer einfach, auch wenn - oder vielleicht gerade weil - Aramis durch seine Weigerung zu gehen für Heiterkeit unter den Anrainern und den Passanten sorgt. Anfangs konnte man den kleinen Verweigerer ja noch nach Hause tragen, was er sichtlich genoss. Aber jetzt hat er schon 22 kg und da wird es schwierig, ihn wieder nach Hause zu kriegen, wenn er einfach nicht will. Aber auch diese

kleinen Macken schmälern unsere Liebe zu unserem neuen Familienmitglied nicht. Gott sei Dank schläft Aramis nicht nur gerne, sondern auch das Fressen zählt zu seinen Lieblingsbeschäftigungen. Deshalb konnten wir ihn bis jetzt noch immer mit Leckerchen irgendwie nach Hause locken. Da dieses Spiel aber nicht immer lustig ist, haben wir uns an eine Hundepsychologin gewandt, und natürlich besucht Aramis auch die Hundeschule. Auch hier fand er viele Freunde, auch unter den Hundedamen. Denn schließlich ist ein richtiger Charmeur, der nur zu gut weiß, wie er sein Gegenüber um den Finger wickelt. Und so verschönert und bereichert Aramis unser Leben und lehrt uns dabei, wie es einem Basset Hound gelingt, seinen Willen durchzusetzen, ohne dass ihm jemand böse sein kann. Wir sind uns sicher, dass es keinen liebevolleren und friedlicheren Hund gibt als unseren Aramis.

Helfen Sie uns helfen

Unser Spendenkonto
Raiffeisenbank Wien
BIC: RLNWATWW
IBAN: AT29 3200 0000 1127 4065